Der Verrat der Senatoren: Wie Julius Caesar im antiken Rom fiel
S01:E12

Der Verrat der Senatoren: Wie Julius Caesar im antiken Rom fiel

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Der Verrat der Senatoren: Wie Julius Caesar im antiken Rom fiel

Rom, im Jahr 44 vor Christus. Die Luft in den engen, staubigen Gassen der mächtigsten Stadt der Antike ist elektrisierend und voller Spannung. Ein einziger Name beherrscht die Gespräche der Menschen: Gaius Julius Caesar. Er ist kein König – zumindest noch nicht –, aber er besitzt mehr Macht als jeder andere Römer vor ihm. Er hat Gallien, das heutige Frankreich, in spektakulären Feldzügen erobert, seine Rivalen in einem blutigen Bürgerkrieg besiegt und sich selbst schließlich zum „Diktator auf Lebenszeit“ ernannt. Für die einfachen Bürger und seine Soldaten ist er ein unsterblicher Held. Doch in den prachtvollen, kühlen Hallen des Senats braut sich ein tödlicher Sturm zusammen. Eine Gruppe von Senatoren, die sich selbst stolz „die Befreier“ nennen, hat genug. Sie fürchten, Caesar wolle die über 450 Jahre alte römische Republik vernichten und sich zum Alleinherrscher krönen. Und im alten Rom gab es nichts, was die Senatoren mehr hassten als die Vorstellung, wieder von einem König beherrscht zu werden.

Unter der Führung des listigen Cassius und Caesars engem Vertrauten Marcus Brutus schmieden die Verschwörer im Geheimen einen finsteren Plan. Sie beschließen, den mächtigsten Mann der Welt mitten im Senat zu ermorden. Doch die Götter – so glaubten die Römer damals fest – versuchten Caesar zu warnen. In der Nacht vor der Tat wird Caesars Frau Calpurnia von schrecklichen Alpträumen geplagt. Sie sieht im Traum das Haus einstürzen und ihren Mann blutüberströmt in ihren Armen sterben. Am nächsten Morgen bittet sie ihn inständig und unter Tränen, an diesem Tag zu Hause zu bleiben. Auch ein berühmter Wahrsager namens Spurina hatte Caesar kurz zuvor eindringlich gewarnt: „Hüte dich vor den Iden des März!“ Mit den „Iden“ bezeichneten die Römer die Mitte des Monats, in diesem Fall den 15. März. Doch Caesar ist stolz, vielleicht zu stolz. Er hält sich für unverwundbar und lacht über die düsteren Vorzeichen. Als er am Morgen des 15. März auf dem Weg zum Senat ist, erblickt er Spurina in der Menge und ruft ihm spöttisch zu: „Die Iden des März sind gekommen!“ Spurina sieht ihn nur ernst an und antwortet leise: „Ja, Caesar, aber sie sind noch nicht vorbei.“

Da das eigentliche Senatsgebäude zu dieser Zeit umgebaut wird, trifft sich der Senat an diesem schicksalhaften Tag im prachtvollen Theater des Pompeius. Als Caesar den großen Saal betritt, erheben sich die Senatoren ehrfürchtig. Er trägt seine purpurrote Toga, das stolze Gewand der Macht, und setzt sich auf seinen goldenen Sessel. Sofort umringen ihn die Verschwörer. Sie tun so, als wollten sie ihm eine Bittschrift für einen verbannten Freund überreichen. Einer von ihnen, Tillius Cimber, tritt ganz dicht an Caesar heran und reißt ihm plötzlich die Toga von den Schultern. Das ist das verabredete Signal zum Angriff! Im nächsten Moment blitzt schon der erste Dolch auf. Casca, einer der Senatoren, führt den ersten Schlag aus und verletzt Caesar am Hals. Caesar, der ein erfahrener Soldat ist, wehrt sich wild. Er packt Cascas Arm und sticht mit seinem eisernen Schreibgriffel, dem Stylus, zurück. Doch es sind zu viele Angreifer. Überall um ihn herum blitzen scharfe Klingen auf. Caesar ist umzingelt, er hat keine Chance zu entkommen.

Dann geschieht das Unfassbare, das Caesar das Herz bricht. Er sieht Marcus Brutus auf sich zukommen – den jungen Mann, den er wie einen eigenen Sohn geliebt, gefördert und beschützt hat. In diesem Moment gibt Caesar jeden Widerstand auf. Er zieht sich seine Toga über den Kopf, um sein Gesicht zu verhüllen und seinen Mördern nicht in die Augen blicken zu müssen. Die Legende besagt, dass seine letzten, berühmten Worte an seinen Liebling gerichtet waren: „Auch du, mein Sohn?“ Caesar sinkt genau am Fuß einer großen Steinstatue seines ehemaligen Rivalen Pompeius zu Boden. Ein brutales Chaos bricht aus, als die Senatoren immer wieder auf ihn einstechen. Insgesamt 23 Dolchstiche beenden schließlich das Leben des berühmtesten Römers der Geschichte. Die Verschwörer stürmen mit blutigen Händen ins Freie und rufen triumphierend: „Rom ist frei!“ Sie glauben fest daran, dass das Volk sie als Befreier feiern wird. Doch sie haben sich gewaltig geirrt. Die Menschen reagieren mit Entsetzen, Trauer und unbändiger Wut. Statt der erhofften Freiheit und der Rückkehr zur Republik bricht in Rom sofort ein neuer, grausamer Bürgerkrieg aus. Am Ende sichert sich Caesars Adoptivsohn Octavian die Macht. Er vernichtet die Mörder Caesars, wird der erste offizielle Kaiser von Rom und nennt sich fortan Augustus. Caesars Tod hat die Republik nicht gerettet – er hat sie endgültig zerstört und den Weg für das mächtige Römische Kaiserreich geebnet.

Wer war Julius Caesar und welche außergewöhnliche Machtposition hatte er im Jahr 44 v. Chr. inne?

Aus welchem Hauptgrund beschlossen die Senatoren, Caesar zu ermorden?

Wer waren die beiden bekanntesten Anführer der Verschwörung gegen Caesar?

Welche unheimliche Warnung erhielt Caesar von seiner Ehefrau Calpurnia vor dem schrecklichen Ereignis?

Was bedeutet der historische Ausdruck ‘Iden des März’ und auf welches konkrete Datum fällt er?

Warum fand die Senatssitzung an diesem Tag im Theater des Pompeius und nicht im eigentlichen Senatsgebäude statt?

Wie lautete das geheime Signal, das den Angriff der Verschwörer auf Caesar einleitete?

Welcher berühmte Satz wird Caesar zugeschrieben, als er sah, dass auch sein enger Freund Brutus unter den Angreifern war?

Wie reagierte das römische Volk auf die Nachricht von Caesars brutaler Ermordung?

Wer übernahm nach den anschließenden Bürgerkriegen die Macht und wurde der erste Kaiser des Römischen Reiches?

Antworten zu den Fragen: https://podcreator.dbutton.rocks/answers/12

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