Gehirn-Hacks: Wie du dein Gedächtnis in eine Super-Festplatte verwandelst
S01:E08

Gehirn-Hacks: Wie du dein Gedächtnis in eine Super-Festplatte verwandelst

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Gehirn-Hacks: Wie du dein Gedächtnis in eine Super-Festplatte verwandelst

Stell dir vor, du gehst am Morgen in die Schule und musst dir keine Vokabeln mehr mühsam eintrichtern. Du wirfst einfach einen kurzen Blick auf dein Geschichtsblatt und – zack – die Jahreszahlen sitzen felsenfest in deinem Kopf. Klingt nach einer genialen Superkraft aus einem Film? Ist es aber gar nicht. Es ist reine Gehirn-Technologie! Und das Beste daran ist: Du hast diese eingebaute Super-Festplatte bereits in deinem Kopf. Unser Gehirn ist der leistungsstärkste Computer der Welt, aber leider wird er völlig ohne Bedienungsanleitung geliefert. Genau hier kommen Gedächtnis-Tricks ins Spiel. Mit ihnen kannst du dein Gehirn so clever hacken, dass du dir fast alles merken kannst.

Aber warum vergessen wir überhaupt so viele Dinge? Unser Gehirn ist extrem schlau, aber auch ein bisschen faul. Um wertvolle Energie zu sparen, wirft es im Laufe des Tages alles rigoros raus, was es für unwichtig hält. Eine öde Liste von Vokabeln oder geschichtlichen Daten? Gääähn, langweilig, weg damit! Doch wir können das Gehirn ganz einfach austricksen. Wir müssen ihm die Informationen nur so servieren, wie es sie am liebsten mag: bunt, absolut verrückt, emotional und voller Action.

Der absolute König unter den Gedächtnis-Hacks ist der sogenannte “Gedankenpalast” (in der Wissenschaft nennt man das auch die Loci-Methode). Sogar der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes benutzt diesen Trick in seinen Serien und Büchern! Und so funktioniert er: Du nimmst einen Ort, den du extrem gut kennst, zum Beispiel dein eigenes Jugendzimmer oder deinen täglichen Schulweg. Nun gehst du diesen Ort im Geist Schritt für Schritt ab und legst an bestimmten, festen Punkten (wie dem Bett, dem Schreibtisch oder dem Kleiderschrank) die Dinge ab, die du dir merken musst. Wenn du zum Beispiel die Planeten unseres Sonnensystems in der richtigen Reihenfolge lernen willst, stellst du dir vor, wie die riesige, glühende Sonne auf deinem Kopfkissen liegt. Auf deinem Nachttisch tanzt ein winziger, silberner Merkur, und auf deinem Schreibtisch steht eine wunderschöne Venus-Statue, die laut Musik hört. Wenn du dann in der Klassenarbeit sitzt, gehst du gedanklich einfach wieder durch dein Zimmer und sammelst die Planeten nacheinander ein. Das funktioniert deshalb so fantastisch, weil unser Gehirn ein fantastisch eingebautes GPS besitzt. Wir merken uns Orte und Wege viel leichter als nackte Fakten.

Der zweite geniale Trick nennt sich “Kopf-Kino” oder Visualisierung. Unser Gehirn hasst gähnende Langeweile. Wenn du dir das Wort “Anspitzer” einfach nur so merken willst, hast du es nach zehn Minuten wieder vergessen. Wenn du dir aber einen gigantischen, neongrünen Anspitzer vorstellst, der laut singend durch dein Zimmer hüpft und Bleistiftspäne wie glitzerndes Konfetti verstreut, wirst du dieses Bild so schnell nicht mehr los! Je verrückter, lustiger oder sogar ekliger eine Vorstellung ist, desto sicherer speichert dein Gehirn sie ab. Wenn du Vokabeln lernst, kannst du das fremde Wort mit einem Bild verbinden, das im Deutschen so ähnlich klingt. Ein Beispiel: Das englische Wort für Pfad oder Weg heißt “path”. Stell dir vor, du gehst einen dunklen Waldweg entlang und plötzlich versperrt dir ein riesiges, klatschnasses Paket Butter – ein Butter-“Patt” – den Weg. Schon hast du die Verbindung im Kopf!

Zuletzt gibt es noch das sogenannte “Chunking” (auf Deutsch: Portionieren). Hast du dich schon mal gefragt, warum lange Telefonnummern meistens durch Bindestriche oder Leerzeichen getrennt sind? Weil unser Kurzzeitgedächtnis sich in der Regel nur maximal sieben Dinge gleichzeitig merken kann. Wenn du eine lange Zahl wie 191419452001 im Kopf behalten willst, ist dein Gehirn schnell überfordert. Teilst du sie aber in Portionen auf – 1914 (Beginn Erster Weltkrieg), 1945 (Ende Zweiter Weltkrieg) und 2001 (das Jahr, in dem vielleicht dein großer Bruder geboren wurde) – wird es plötzlich kinderleicht. Du machst aus einem unbezwingbaren Berg einfach kleine, leicht verdauliche Häppchen.

Jetzt bist du an der Reihe! Du musst absolut kein geborenes Genie sein, um ein echtes Super-Gedächtnis zu besitzen. Es ist am Ende genau wie beim Gaming oder beim Sport: Je öfter du diese Techniken trainierst und anwendest, desto schneller und besser wird dein Gehirn. Fang am besten direkt heute klein an, baue deinen ersten Mini-Gedankenpalast in deinem Zimmer auf und überrasche deine Lehrer, Eltern und Freunde schon bald mit deinen neuen mentalen Superkräften!

Mit welchem Gerät wird das menschliche Gehirn im Text verglichen?

Warum löscht unser Gehirn im Laufe des Tages so viele Informationen?

Wie lautet der wissenschaftliche Name für die Methode des “Gedankenpalastes”?

Welche berühmte literarische Figur nutzt ebenfalls die Technik des Gedankenpalastes?

Wie funktioniert das Ablegen von Informationen beim Gedankenpalast?

Warum kann sich unser Gehirn Informationen an Orten besser merken als nackte Fakten?

Wie müssen Bilder im “Kopf-Kino” gestaltet sein, damit sie besonders gut im Gedächtnis bleiben?

Wie kann man die Visualisierungsmethode nutzen, um sich fremdsprachige Vokabeln wie das englische Wort “path” einzuprägen?

Was versteht man unter dem Begriff “Chunking”?

Wie viele Informationen kann sich das menschliche Kurzzeitgedächtnis im Durchschnitt gleichzeitig merken?

Antworten zu den Fragen: https://podcreator.dbutton.rocks/answers/8